Meine Heimat

Edelfrau


Die Edelfrau von Neuweigsdorf am Matschenberg

Am 6. Juli 1775 wurde Henriette, Luise, Charlotte von Lebnitz geboren. Sie heiratete den königlich sächsischen Hauptmann Carl Gottlob Ferdinand von Nostitz und Rothenburg, einen Weigsdorfer Gutsherren. Er gründete für seine Waldarbeiter um 1800 herum die Siedlungsorte Neuköblitz und Neuweigsdorf (Matschen). Auch war er ein Wohltäter. Edelfrau Henriette, Luise, Charlotte von Nostitz verunglückte am 8. Februar 1801 bei ihrem täglichen Morgenritt schwer und verstarb im Alter von 26 Jahren in Bautzen. Die Ehe der von Nostitz blieb leider kinderlos und so setzte der Gutsherr die Lehrerseminaranstalt Bautzen als Universalerben seines Vermögens ein. Zusätzlich bedachte er ein Armenhaus in seinem Testament und lobte Schulprämien aus. Ebenfalls schuf er noch eine zweite Pfarrerstelle in Cunewalde. Der wohltätige Gutsherr verstarb im Jahre 1833 im Alter von 70 Jahren.

Seiner Frau zu Ehren wurde an der Unglücksstelle im heutigen Ortsteil Weigsdorf-Köblitz (Matschen) ein Denkmal errichtet. Früher stand hier auf einem Steinsockel eine von Efeu umwundene Vase aus Sandstein mit zwei Medaillons. Dieser wurde später im Schlosspark zu Weigsdorf-Köblitz aufgestellt und wieder abgerissen. Die 90cm große Sandsteinvase mit den beiden Medaillons wurde leider gestohlen. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Denkmal mit entsprechender Symbolik verändert. Heute schmückt diesen geschichtlichen Denkstein eine Platte zur Geschichte der Edelfrau. Herrlich gelegen im heimatlichen Wald dient der Ort mittlerweile auch für Veranstaltungen. So findet zum Beispiel alljährlich hier die Sonnenwendfeier bei Fackelschein statt, an der unser Volkschor Cunewalde, das Duo Mama sowie der Schulchor der Grundschule Friedrich Schiller teilnimmt.

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Czorneboh-Bieleboh-Zeitung, Mathias Pech, Torsten Hohlfeld