Meine Heimat

Firma Diplomat


Schreib mal wieder - mit Produkten der Cunewalder Schreibgerätemanufaktur

Die Geschichte der Firma Diplomat begann im März 1922 im niederrheinischen Hennef mit einer kleinen Manufaktur für gedrechselte Füllfederhalter. Gründer war ein Carl Räuchle. Jedoch sollte es noch bis in die fünfziger Jahre dauern, ehe der Name Diplomat seinen endgültigen Durchbruch erzielt haben sollte. Diplomat entwickelte sich zu einer der ersten Firmen in der aufstrebenden Bundesrepublik, welche den aus Amerika kommenden Kugelschreiber populär machte. Etwa im Jahre 1934 übernahm der Vetter des Gründers, ein Herr Kurz, den Hauptanteil an der Firma für seinen Sohn Adolf Kurz. Dieser stieg auch gleichzeitig mit Karl Räuchle sen. in das Unternehmen ein. Adolf kümmerte sich um die Produktion, Karl hingegen um den Vertrieb. Produziert wurden vornehmlich Kolbenfüllhalter und Drehbleistifte. Im Jahre 1936 wurde die Firma Eckhardt Berlin hinzu gekauft. Sie war im Besitz des Warenzeichens Diplomat.

Zur Zeit des zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen vereinnahmt und gleichzeitig zur Produktion von Munitionsteilen, z.B. Patronenhülsen verpflichtet. Ab 1952 wurden die Neuentwicklungen schließlich unter der Marke Diplomat auf den Markt gebracht. Eigene Minen und Druckkugelschreiber sind in dieser Zeit zu erwähnen. Im Jahre 1958 fertigte das mittlerweile 300 Mitarbeiter zählende Unternehmen den ersten Patronenschulfüllhalter an. Das war schon ein kleiner, aber wichtiger Meilenstein. 1981 wurde das Unternehmen wieder verkauft, Produktion und Montage verblieben allerdings in Hennef.

Hier fängt nun die Cunewalder Geschichte des Unternehmens an. Nach der politischen Wende begann im Jahre 1992 der Aufbau einer Produktions- und Montagestätte in Cunewalde. Der erste Standort war damals das alte Schloss an der Wolfsschlucht. Zunächst wurden hier Federaggregate montiert. Zwei Jahre später starb unerwartet der neue Inhaber Joachim Michaelis im Alter von 52 Jahren. Nachfolger wurde sein Sohn Andreas, mit gerade frisch beendetem Studium. Im Jahre 1996 wurde Diplomat an Herlitz Berlin verkauft, als eigenständige Tochterfirma wurde Diplomat aber weiterhin geführt. Während die Verwaltung noch einige Male komplett umzog, so nach Pforzheim, Falkensee oder Berlin, war es im Spätsommer des Jahres 2001 soweit: Die komplett renovierte und erweiterte Produktionsstätte am Erlenweg wurde eröffnet und in Betrieb genommen. Das ehemalige Werk 6 vom VEB Motorenwerk Cunewalde bot nahezu perfekte Bedingungen. Ein neues Zeitalter begann für alle Beteiligten. Dies bedeutete gleichzeitig die Festigung des sächsischen Standortes. Insgesamt investierte die Firma Diplomat 250.000 Euro in den Umbau der Werksgebäude. 2004 wurde das Unternehmen an die helit innovative Büroprodukte GmbH verkauft. Die seit 2016 neu aufgestellte Geschäftsführung aus den Privatiers Mathias und Marcel Ringeard setzt sich auch künftig für Produktion und Sicherung der Arbeitsplätze in Cunewalde ein. Ein klares Zeichen an die Region und hier lebende Menschen.

Heute werden im schönsten Tal der Oberlausitz Tintenleitsysteme für Diplomat-Füllhalter erstellt. Es werden Schulfüllhalter montiert, Druckbleistifte und Kugelschreiber gefertigt. Ein hochmodernes Labor wacht über die Qualität. Tägliche Schreibproben und technische Prüfungen garantieren eine lange und gleichbleibende Qualität dieser Cunewalder Produkte. Dem interessanten Cunewalder Unternehmen Diplomat kann man für die weitere Zukunft nur alles Gute wünschen. Möge diese Entscheidung, als Standort der Schreibgerätemanufaktur das schöne Cunewalde gewählt zu haben, die letzte Wahl bezüglich der produzierenden Örtlichkeit gewesen sein. In diesem Sinne - schreib mal wieder.

Quellen: Firma Diplomat, Viola Kuckel, Torsten Hohlfeld