803 Jahre Cunewalde 1222 - 2025

Mini Holzhäuser


Die ehemaligen Mini-Holzhäuser von der Neuen Sorge

Diese Geschichte ist faszinierend und reiht sich ein in viele weitere Begebenheiten vom Cunewalder Tal. Bei so vielen bekannt, für manche aber unbekannt, standen von Anfang der 1960er bis Ende der 1970er Jahre zahlreiche kleine und liebevoll gestaltete Holzhäuser an der "Neuen Sorge". Erbaut wurden sie in feinster Kleinarbeit vom damaligen Bewohner des Hauses am heutigen Siedlungsweg 20, Herrn Alwin Kutschke, genannt "Stoarsch Alwin". Er war der Großvater von Uwe Eisold, der heute in diesem Haus noch wohnt und freundlicherweise die notwendigen Informationen samt einiger Fotos dazu lieferte.

Besagter Alwin Kutschke begann Anfang der 1960er Jahre, seinen Vorgarten zu verschönern. Mit handwerklichem Geschick, viel Fantasie und Ausdauer schuf er mit den bloßen Händen und wenig Werkzeug zahlreiche hölzerne Kunstwerke. Das Material war Holz von der Haselnuss. Es hatte den Vorteil, dass es sich leicht biegen und spalten lies. Bestens geeignet also für solche Arbeiten. Zum Aufbau und Zusammensetzen seiner Häuser benutzte "Stoarsch Alwin" winzige Metallstifte. Und so schuf er in der freien Zeit zahlreiche dieser Minihäuser, etwa 20 müssen es laut überlieferten Fotos gewesen sein. Neben fantasievollen, kleinen Hütten und Wohnhäusern waren auch größere Gebäude mit dabei. So baute Alwin Kutschke unter anderem eine Windmühle, eine Kirche mit zwei Kirchtürmen und ein FDGB-Heim. Es hieß, dass er vereinzelt auch mal ein Haus an Bekannte oder Interessierte verschickte. Die kleinen Holzhäuser waren damals so angesagt, dass selbst Oberlehrer Kurt Schöne etliche Urlauber an den Ort führte. Das machte sich der Erbauer dann freilich zum Nutzen: An einem markanten Haus nahe der Zufahrt platzierte er eine Art Sparbüchse, also ein Haus mit Münzschlitz. Ob es lukrativ war, blieb freilich unbekannt. Klar war jedoch, das weder Spielgeld noch Unterlegscheiben eingeworfen wurden. Lange Zeit waren die zum Teil reich verzierten Schmuckstücke eine Augenweide.

Die Geschichte mit den herrlichen Mini-Holzhäusern war schließlich Ende der 1970er Jahre beendet. Durch An- und Umbau sowie veränderter Einfahrt zum Haus verschwanden nach und nach die kleinen, hölzernen Kunstwerke. Auch spielten im Alter die Hände und Augen nicht mehr so richtig mit. Vereinzelt soll noch ein solches Objekt als Vogelhaus gedient haben. Geblieben sind auch hier wieder einmal die Erinnerungen an ein kleines Stück Cunewalder Geschichte. Abschließend muss wie immer Danke gesagt werden: Denn ohne das Fotomaterial und die Informationen wäre der Beitrag nicht möglich.


Quellen: Uwe Eisold, Alwin Kutschke, Torsten Hohlfeld