Meine Heimat

Matschen


Ein Ortsteil von Weigsdorf-Köblitz, früher Neuweigsdorf und Neuköblitz

Sehr ruhig und idyllisch gelegen ist der kleine, unscheinbare Ort namens "Matschen". Doch wie entstand der Name eigentlich? Nach einer alten mündlichen Überlieferung, welche von Generation zu Generation weitergegeben wurde, soll etwa um 1500 das Areal des heutigen Ortsteils "Matschen" größtenteils dicht bewaldet gewesen sein. Das erste Häuschen stand demzufolge mitten im besagten Wald. Angeblich gehörte dieses Haus einem Förster bzw. Wildhüter, der es zusammen mit seiner Frau bewohnte. Nach des Försters Tod soll seine Frau noch sehr viele Jahre allein in diesem Haus gewohnt haben und auch sehr alt geworden sein. Da diese Frau nach dem Tod ihres Mannes der Überlieferung nach als emsige Sammlerin von Kräutern und Tees bekannt war, kamen damals sehr viele Leute zu ihr, überwiegend Wenden, um Kräuter zu kaufen. Recht bald hatte sie auch ihren Spitznamen, sie wurde von allen nur noch die "Kräutermatsche" (Matsche = wendisch, alte Mutter) genannt. Aus dem Spitznamen dieser Kräuterfrau wurde laut dieser alten Erzählung angeblich der noch heute im Sprachgebrauch und Volksmund übliche Name "Matschen" (sprich Maatschen) abgeleitet.

Nach einer anderen Überlieferung wird die Entstehung des Ortsnamens der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) zugeordnet. Aus Furcht vor den einfallenden Schweden trieben die damals ansässigen Bewohner ihre Kühe in den Wald, um sie zu verstecken. Daraus soll dann die Bezeichnung "Mutschenberg" entstanden sein. Dieser Name bezog sich auf das seinerzeit entstehende Dorf mit ungefähr 10 Häusern. Auch im Jahr 1901 findet sich in alten Aufzeichnungen noch die Bezeichnung "Mutschen". Sie soll zu jener Zeit auch überwiegend umgangsprachlich so verwendet worden sein.

Die dritte Variante der Entstehung des Ortsnamens wird auf das sorbische Wort "maces" = feuchten bzw. nässen zurückgeführt. Es bezieht sich auf das ehemals sumpfige Tälchen, in dem heute die kleinen Siedlungen Neuköblitz und Neuweigsdorf liegen. Übrigens: d
er höchste Punkt, der sogenannte Matschenberg, besitzt eine Höhe von 298m. Doch ganz egal, welche Geschichte zur Namensgebung letztendlich beigetragen hat, in "Matschen" lässt es sich sehr gut leben. Fragen Sie die Anwohner.

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Czorneboh-Bieleboh-Zeitung, Matthias Hempel, Torsten Hohlfeld