Meine Heimat

Friseur Eisert


Ein kleiner Rückblick auf einen bodenständigen Friseurladen

Schöne Haare müssen schon immer einen hohen Stellenwert besessen haben. Und das nicht nur bei den Damen. Ganz egal ob Pony, Scheitel, Fasson, Vokuhila oder Dauerwelle, wem in Weigsdorf-Köblitz das eigene Haupthaar etwas bedeutete, der war im örtlichen Friseurgeschäft Eisert gut aufgehoben. Zunächst existierte von 1928 bis 1938 im Haus des Horst Domschke ein Herrenfriseur Erich Kahlert.

Seinen Ursprung hat das Friseurgeschäft Eisert in der ehemaligen Schule von Weigsdorf-Köblitz, am Weigsdorfer Teich gelegen, westlich vom alten Rittergut. Das große, auf hoher Terrasse gelegene Schulhaus an der Dorfstraße wurde etwa um 1840 gebaut und beherbergte bis zum Jahre 1904 die einzige Schule im Dorf. Im Hause befand sich der Friseurladen eines Herrn Schmidt, welcher später aber nach Großpostwitz gezogen war. Im Jahre 1948 wurde von Heinz Eisert und seiner Frau Erna dieses Friseurgeschäft übernommen. Das Haus selber gehörte damals schon Heinz Eisert. Seine Schwiegermutter wohnte bis zum Jahre 1965 noch im Haus mit.

Beim Eintreten in das Gebäude war man bereits im Herrensalon drin. Dieser wurde von Heinz Eisert geleitet. Hinten links im Raum befand sich ein Durchgang zum Damensalon, in welchem seine Frau Erna arbeitete. Erna war eine gelernte Friseuse. Das Geschäft lief ganz ordentlich und Familie Eisert hatte ihr Auskommen. Weil das Geschäft florierte, konnten sogar weitere Arbeitskräfte eingestellt werden. Im Herrensalon wurde Gustav Reichelt ins Friseurhandwerk eingeweiht. Und der Damensalon wurde durch Karin Uhlemann verstärkt. Außerdem bildeten Eiserts auch Lehrlinge aus. Köblitzer Mädels wie Renate Huste oder Helga Eisold erlernten hier die Handwerkskunst des Frisierens. Im Jahre 1969 wurde das gesamte Gebäude an die Familie Vorwerk verkauft. Bei der Übernahme des Hauses verblieben vom ehemaligen Inventar lediglich die alten Waschbecken. Das Friseurgeschäft zog aus und übernahm seine neuen Geschäftsräume am gegenüber liegenden Fuße des Weigsdorfer Berges, nämlich im Hause der Familie Israel. Egal ob Kinder oder Erwachsene, von Eiserts kam jeder mit neuem Schnitt und frisierter Mähne nach Hause. Erwähnenswert ist noch, dass Heinz ein großer und leidenschaftlicher Fotograf gewesen ist. Ob irgendwo noch alte Fotos schlummern?

Der Friseurladen von Heinz und Erna Eisert machte noch bis zum Jahre 1985 mit seinem guten Ruf sehr viele Menschen glücklich. Eiserts hörten danach aus Altersgründen auf. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Friseurmeister Rudi Neumann mit seinem Sohn Ralf aus Neusalza-Spremberg. Ralf Neumann führt seither allein das Friseurgeschäft erfolgreich fort. Sehr viele ältere Einwohner von Weigsdorf-Köblitz erinnern sich noch immer an die Zeit bei Eiserts. Denn nach jeder Sitzung vorm Waschbecken oder Spiegel krönten neue Frisuren und Haarschnitte die Köpfe der Kunden, egal ob Pony, Scheitel, Fasson, Vokuhila oder Dauerwelle. Das Foto zeigt Erna Eisert (links) bei der Arbeit.

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Manfred Küchler, Siegbert Vorwerk, Torsten Hohlfeld