Meine Heimat

Eegne Verschl


Eefach drieber (von T. Hohlfeld)
Moacht dr Mäuer enn Fahler, kimmt Putz drieber.
Moacht dr Tischer enn Fahler, kimmt Kitte drieber.
Moacht dr Moler enn Fahler, kimmt Foarbe drieber.
Moacht dr Monteur enn Fahler, kimmt Strom drieber.
Moacht dr Koach enn Fahler, kimmt Soße drieber.
Moacht dr Hoarschneider enn Fahler, kimmt ne Perücke drieber.
Moacht de Nähtern enn Fahler, kimmt a Fleckl drieber.
Moacht de Bäuern enn Fahler, kimmt Scheiße drieber.
Moacht dr Duktor enn Fahler, kimmt Arde drieber.
Moacht de Merkeln enn Fahler, kimmt nischt drieber.

De Edelfroe (von T. Hohlfeld)
Mir stiehn hier an enn Fleckl doe, doaas schimpfn se: de Edelfroe.
S is dr schinnste Uhrt vu Moatschn, do koann a jeds zu Fuss hie loatschn.
Sibbznfimunsibbzch gebuhrn, woarsch a hübsches Kind gewuhrn.
Verheiroat mit enn Edelmoanne, schien übern Rittergutt de Sonne.
Oack wurd de Gutte ne sehr aalt, de Liebe wurde pliez plaz kaalt.
Sie stoarb bei`m frihen Murgnritte, fiel vum'm Pfard aus unser Mitte.
Doach ihr edler Ehegoatte, een Herz für arme Leute hoatte.
Beschenkte Pfarre un de Schule, moachte daraus kee Gewuhle.
Zu Ehren senner Edelfroe, wurd ba jennen Fleckl doe,
dar Gedenksteen moal errichtet, und mei Verschl druff gedichtet.

Eemol richtsch gewischt (von T. Hohlfeld)
Jeds hoat a Handy, s kustet do nüscht,
un „In“ biste erscht, hoaste richtsch druff gewischt.
Mei Hoader hoat moncherlee Fussln gefischt,
doas meeste kimmt vier, wennde richtsch hoast gewischt.
Monteere verrdien beim Strippe ziehn nüscht,
kriegn`se ban Prüfn ne richtsche gewischt.
Sisste zunn Raign benn Autofahrn nüscht,
hoann vurrne de Wischer ne richtig gewischt.
Dr Ongler huttn Koarpn ausn Teeche gefischt,
mit dr Flusse hoatern glei eene richtsche gewischt.
Hoaste zunn Durffest die Maajgl vermischt,
kriegst vu dar Froe ne richtsche gewischt.
Ihr saht nu, es hilft dernoch olles nischt,
moan kriegt abm immer ne richtsche gewischt.

Mei kleenes Täschl (von T. Hohlfeld)
Uff mei Täschl lass`sch nüscht kumm, drim hoa ich`s heute mitgenumm.
Woas do so drinn is wullter wissn? S Bändl no, vumm letztn Schissn.
Und o de Koarte doarf ne faahln, dermitt findsch heeme zu dar Ahln.
Ne Schachtl Pilln huhl ich nu ruff, ahn Toage zweemo Sex stitt druff.
Een Schnupptichl hoach o mit hinne, do trieft ne su de Noasenrinne.
S kleene Masser gehirrt derzu, zunn Stucke schnitzn, woas duchstn du?
Mei Fläschl Weisser sull ne faahln, doas spielt se runner, meine Quaaln.
Un o mei Roaaziehgloas doas ahle, dermitte sah`ch bis Cunewaale.
Ihr saht nu, iech bi ne su dumm, un loass nüscht uff mei Täschl kumm.

Tiergoartn-Braasch (von T. Hohlfeld)
Im Poarke flug mit vill Geschrei, een schiener bunter Papagei.
Glei hie zu jennen Freigehäge, wu Äsl stiehn, goar müd un träge.
Ihr sedd, soit jerr, dichtsch unbegoabt, weil ihr zwoar eene Stimme hoabt.
Doach oaaständch rädn, oack bedingt, een Papagei dagegn singt.
Dar Äsl drähte sich ihm zu, un soit: mei Frennd, woas weest denn du.
Dei Vurrwurf trifft bestimmt ne jädn, woas gloobst de, wievill Äsl rädn.

Oack ees an Kuppe (von T. Hohlfeld)
Doaas mib'm Markn gitt ne gutt, su moanchs gitt im Kupp verschutt.
Woarscheinlich weil de älder wirrscht, und uf de Uhrn ne mih hirrscht.
Montch sullt'ch Frieh de Sammln huln, Mittch wusst'ch ne mih woaas`ch toat wulln.
Oan Dinnstch do woar glei oalls aus, dr Hucksttag woar aus'n Kuppe raus.
Miedewuche krigt'ch bahle Hiebe, do woar´sch Gaartnern aus menner Riebe.
Oan Dursch fiel goar dr Dukter aus, ar woar schunn aus'n Nischel raus.
Is Jubiläum vu dr Schwiegermutter, lief'n Frettch aus'n Kuppe furt wie Butter.
Zun Simmd de Boartrasur mit Kinne, woar ne mih a dar Birne hinne.
Oan Sunntch do sullt'ch noa'n Assn, Geschirre spieln, doaass hoa'ch vergassn.
Iech weeß poardu ne a woaas doaas liegt, doaass mir an Kuppe oalls verfliegt.
Oack ees, und doaass vergass'ch nie: Doaas iech aus Cunewaale bie.