Meine Heimat

Mälzers Stüb´l


Mälzers Stüb´l oder auch "Wohl bekomm´s" in der Gaststätte bei Mälzers

Im Jahr 1894 wurde das Anwesen Köblitz Nr. 25 vom Gartennahrungsbesitzer Karl Gotthelf Kalauch an seinen Sohn Johann Friedrich Kalauch verkauft und an seinen Halbbruder Karl Gottlieb Kalauch (1876-1966) übertragen. So ist es in der Grundbuchakte erwähnt. 1928 wurde das ehemals alte Wohnhaus wegen Baufälligkeit abgerissen. 1932 wurde an dieser Stelle das neue Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet. 1934 zog die Familie Kalauch von Cunewalde in ihr neues Zuhause. Mit der Bodenreform erhielt der Gartenbauer Karl Gottlieb Kalauch 1948 Land- und Waldflächen zur Bewirtschaftung und wurde somit Bauer. Im gleichen Jahr begann der Wirtschafts- und Scheunenanbau. Der Schweinestall wurde nach Westen vergrößert. Der Köblitzer Baumeister Adolf Hentschel projektierte dieses Vorhaben. 1961 wurde diese Landwirtschaft in die LPG Typ I aufgenommen. Da Herr Kalauch zu alt war, ging seine Tochter Liesbeth Schkade geb. Kalauch (1919-2013) als Mitglied in die LPG. 1963 überschrieb Karl Kalauch das Anwesen seiner Tochter. 1973 wurde der Landwirtschaftsbetrieb in die LPG Typ III übernommen. Mit dem Bauvorhaben der Erweiterung Albert-Schweitzer-Siedlung ging der Familie reichlich Land verloren, denn Frau Schkade musste dieses Land für 21 Pfennig/ha abgeben.

Mit der Wende und der Auflösung der LPG "Cunewalder Tal" stellte sich die Frage, was denn mit den Gebäuden werden soll. Im Familienrat wurde beschlossen, die Stallung zu einer kleinen Dorfgaststätte auszubauen. Nach allen eingeholten Genehmigungen baute die gesamte Familie in Eigenleistung den ehemaligen Kuhstall zum Gastraum, die Futterküche zur Küche und den Schweinestall zur Toilette um. Am 1. November 1996 eröffnet schließlich "Mälzers Stüb`l" und wird bis zum heutigen Tage betrieben. Im Jahre 2000 erfolgte der nächste Eigentümerwechsel von Liesbeth Schkade an ihre Tochter Margit Kurze. Heute wird das kleine und freundliche Gasthaus von Margit´s Tochter Angela Gubsch (Küche) und ihrem Ehemann (Kellner) weiter geführt.

Doch wie ist es eigentlich zu dem Beinamen "Mälzer" gekommen? Der Name Kalauch ist damals in Köblitz und Cunewalde mehrmals aufgetreten. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden Beinamen verwendet. So soll einer der Vorfahren des Karl Kalauch in der Brauerei in Weigsdorf als Mälzer tätig gewesen sein. Dadurch kam der Name Mälzer in den Sprachgebrauch zu diesem Grundstück. Um diese Tradition fortzuführen, wurde der Gaststätte der Name "Mälzers Stüb´l" gegeben. Doch jetzt genug mit Geschichte. Was noch fehlt, ist die bekannte Wunschformel vor dem Essen und Trinken, welche mit diesem Gasthaus irgendwie in Verbindung gebracht wird: Wohl bekomm´s.

Quellen: Heimatfreunde Weigsdorf-Köblitz, Margit Kurze, Torsten Hohlfeld