Meine Heimat

Gaststätten


Bummel durch unsere Gaststätten, damals wie heute Geselligkeit pur

Hier eine kleine Einladung zu einem historischen Bummel durch die Gaststätten im Cunewalder Tal, inklusive unserer heutigen Ortsteile. Im Zuge der geschichtlichen Entwicklung in den deutschen Staaten, vor allem nach 1820, kam es zu tiefgreifenden Veränderungen auf allen Gebieten. Die bürgerliche Gesellschaft erstarkte, der Feudalismus verfiel und die Erbuntertänigkeit wurde abgeschafft. Das alles hatte zur Folge, dass viele Menschen eigene Wege zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes gehen konnten. Handwerk und Handel bekamen schrittweise eine neue, größere Bedeutung. Die Entwicklung des Schankwesens vollzog sich in unserer Heimat ebenso. In mehreren Akten der Amtshauptmannschaft Budissin bzw. später Löbau lässt sich der Verlauf nachvollziehen.

Erstellt vom Gendarmerieposten Spremberg, Gendarm Sonntag, stammt ein Verzeichnis vom 06.11.1843 der Cunewalder Schankstätten mit der namentlichen Angabe des Betreibers und dem Hinweis, ob eine Schankgenehmigung erteilt ist. Aus Gerichtsprotokollen der Polenzschen, Zieglerschen und Domstiftlichen Gerichte von 1843/1844 lässt sich zusammenfassen, dass zu diesem Zeitpunkt insgesamt 18 Schankgenehmigungen vorhanden waren. Dem gegenüber steht ein sogenannter "Marschkataster" von 1818, der nur 7 Schankstätten ausweist, wohl aber nicht alle Schankhäuser beinhaltet. Ungeachtet dessen ist die Entwicklung unverkennbar. Und sie ging weiter. Im Jahre 1855 bestehen laut einer Akte, unterzeichnet vom Cunewalder Gendarm Friedrich Wilhelm Martin, zusammen 24 Wirtshäuser. Dazu kamen noch drei Dorfbrauereien und die Ölmühle in Obercunewalde, die mit Branntwein handeln durfte. Sehr viele Schankstätten besaßen ein genehmigtes Nebengewerbe. 11 durften backen, 13 durften schlachten, 8 hatten die Genehmigung zum Landkramhandel und eine zum Salzhandel. Für 11 Gaststätten ist die Genehmigung zum Tanz vermerkt, 3 durften Speisen herstellen und ein Gasthaus durfte Kaffee ausschänken.

Nach diesem Rückblick in das 19. Jahrhundert haben wir noch eine Übersicht auf die Gaststätten und Schänken des Cunewalder Tales im Jahre 1942. Aufgestellt von Gerhart Kremser, zum Teil sogar mit Angabe des Inhabers. Demnach konnte man in Cunewalde, Weigsdorf-Köblitz, Schönberg, Halbau sowie den beiden Hausbergen in 31 Wirtshäusern einkehren. Na dann, es geht los:

01 Schöbels Einkehrhaus, Halbau am Hochstein (A. M. Grosse)
02 Neue Schänke, Neudorf (Artur Looke) *
03 Zur Wartburg (Hobel), Neudorf (Max Biesold)
04 Obere Schänke (Heymanns), Obercunewalde (Georg Heymann)
05 Langes Gastwirtschaft, Obercunewalde (Helene Lange)
06 Bahnhofsgaststätte, Obercunewalde (Martin Wolf)
07 Mittelschänke (Sächsischer Hof)
08 Friedensburg (Heimatfreund oder Finke), Mittelcunewalde (Minna Wagner)
09 Gute Quelle, Mittelcunewalde (Emil Dreßler)
10 Domschkes Gastwirtschaft (Mengersch), Mittelcunewalde (Gustav Domschke)
11 Blaue Kugel, Mittelcunewalde (Familie Krippenstapel) *
12 Schützenhaus, Mittelcunewalde
13 Einkehrhaus, Klipphausen (Hermann Jeremies)
14 Teichschänke, Neue Sorge (Familie Wendler)
15 Zum Goldenen Schiff, Mittelcunewalde (Friedrich Koksch)
16 Zum Feldschlößchen, Bahnhof Mittelcunewalde (Ernst Kutschke)
17 Sachsenhöhe (Friedenshöhe), Zieglertal
18 Erbgericht mit Brauerei, Niedercunewalde (Max Kriegel)
19 Gasthaus zur Post, Niedercunewalde (Kurt Wehner)
20 Schönbachs Gastwirtschaft, Niedercunewalde (Emilie Schönbach)
21 Kutschkes Gasthof, Niedercunewalde (Familie Kutschke)
22 Schlosskeller, Niedercunewalde (Martin Trompler) *
23 Hempels Gastwirtschaft, Niedercunewalde (Karl Hempel)
24 Deutsches Haus, Niedercunewalde (Erich Kurth)
25 Bergschlößchen (Volkshaus), Weigsdorf-Köblitz
26 Einkehrhaus Waldesruh, Neuweigsdorf (Ernst Vietze)
27 Bahnhofswirtschaft, Weigsdorf-Köblitz (Kurt Robel)
28 Friedrichshof, Weigsdorf-Köblitz *
29 Recks Gasthaus, Schönberg (Walter Reck)
30 Schleifbergbaude, Czorneboh (Willy Gäßner)
31 Huhbergbaude, Bieleboh (Alfred Malke)
* ist auf dem unteren Foto abgebildet

Diese Übersicht macht unmissverständlich klar, dass im Cunewalder Tal die Geselligkeit stets groß geschrieben wurde. Dem Fremdenverkehr stand man schon immer sehr offen gegenüber. So soll es auch bleiben in unserem wunderschönen, staatlich anerkannten Erholungsort. Für gute Geselligkeit, angenehmes Verweilen und wunderbare Verpflegung stehen heute noch diese nachfolgenden Einkehrhäuser zur Verfügung, fühlen Sie sich bitte eingeladen:

01 Gasthaus Am Hochstein, Löbauer Straße 3, 02733 Cunewalde
02 Scharfe Ecke, Hauptstraße 133, 02733 Cunewalde
03 Restaurant Blaue Kugel, Hauptstraße 97, 02733 Cunewalde
04 Kleines Kulturhaus, Czornebohstraße 19, 02733 Cunewalde
05 Sportlerheim, Am Sportzentrum 6, 02733 Cunewalde
06 Kleene Schänke, Erlenweg 14, 02733 Cunewalde
07 Renas Döner Bistro, Hauptstraße 30, 02733 Cunewalde
08 Gasthaus Deutsches Haus, Schönberger Straße 1, 02733 Cunewalde
09 Hotel Alter Weber, Oberlausitzer Straße 13, 02733 Cunewalde
10 Snack-Oase, Oberlausitzer Straße 11, 02733 Cunewalde
11 Mälzers Stübl, Oberlausitzer Straße 4, 02733 Cunewalde
12 Bergwirtschaft Bieleboh, Bielebohstraße 18, 02736 Beiersdorf
13 Berggasthof Czorneboh, 02733 Cunewalde

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Czorneboh-Bieleboh-Zeitung, Matthias Hempel, Torsten Hohlfeld