Meine Heimat

Haus 88 Trillenberg


Die wechselvolle Geschichte eines markanten Geschäftshauses

Das zunächst einstöckige Umgebindehaus wurde zwischen 1750 und 1760 errichtet. In den Jahren 1887 bis 1889 wurde es durch einen Anbau erweitert und aufgestockt. Im westlichen Teil befand sich seinerzeit die Wäsche- und Mangelstube. In Richtung der Hauptstraße entstand ein Verkaufsladen. Besitzer waren eine Familie Weidner, faktisch die Ur-Ur-Großeltern der heutigen Generation. Am 1. Dezember 1894 eröffnete Emil und Emilie Trillenberg (geb. Weidner) einen Laden für Kolonialwaren. Große Reichtümer konnte man in diesem kleinen Tante-Emma-Laden natürlich nicht anschaffen. Haushaltswaren würde man heute sagen. Von Pfeffer bis Schuhcreme, von Fisch und Seife bis zu Hosenknöpfen reichte das Angebot. Ab 1947, als Emil verstarb, führte Elsa Domschke den kleinen Laden in gleicher Form weiter. Das erste HO-Geschäft wurde später auch an dieser Stelle eröffnet. Ohne Lebensmittelkarten und Marken, die seinerzeit üblich waren, konnten bis 1955 Lebensmittel und andere Waren zu günstigen Preisen verkauft werden. Im Jahre 1956 zog die Firma DEWAG-Werbung mit einem Dekorationsstützpunkt ein, ehe 1960 ein Schuhkonsum eingerichtet wurde. Ilse Lebelt und Elli Leuthold verkauften darin bis 1970 Schuhe. Ab dem Jahre 1971 war für 17 Jahre der Betrieb von Manometer Hensel ansässig. Doch am 6. Februar 1989 übernahm Margitta Trillenberg die Räume und eröffnete ihr Sport- und Spielwarengeschäft. 16 Jahre lang gab es hier alles zu kaufen, was mit Sport und Spiel zu tun hatte. Seit dem Ende dieses Geschäftes im Jahre 2005 werden die Räume zu eigenen Wohnzwecken von Sören und Madlen Trillenberg genutzt. Das gesamte Gebäude erfuhr in den letzten Jahren einige Modernisierungen, ohne aber die Gesamtstruktur wesentlich zu verändern.

Ein kleineres Nebengebäude steht unweit vom Haupthaus. Dieses wurde etwa 1890 umgebaut und als Wagen-Remise mit Pferde- und Ziegenstall genutzt. Ab dem Jahre 1900 bis zum Ende des Krieges im Jahr 1945 führte der Urgroßvater der heutigen Generation hier eine Stellmacherwerkstatt. Ein Zeugnis davon ist die alte Werkbank, die im heutigen Laden von Madlen Trillenberg steht. Von 1950 bis 1960 führte die Firma Buttig eine kleine Bettfedernreinigung in dem Nebengebäude. Später war hier der Gemüseladen des Konsums untergebracht. Ab 1968 bis zum Jahre 2016 wurde das Gebäude als Garage und Lagerraum genutzt. In den Jahren von 2016 bis 2017 wurde es schließlich für eine Weiternutzung von Grund auf saniert. Seit dem 27. Mai 2017 führt Madlen Trillenberg in diesen historischen Wänden ihre kleine Keramik Kunst Kreativ - Werkstatt.

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Czorneboh-Bieleboh-Zeitung, Matthias Hempel, Torsten Hohlfeld