Meine Heimat

Tante Emma Laden


Der erste Tante-Emma-Laden (Kolonialwarenladen) von Köblitz

So könnte sich die Nachricht im Tal verbreitet haben, als Emma Mieth, im wahrsten Sinne des Wortes, den ersten Tante-Emma-Laden oder auch Kolonialwarenladen in Köblitz eröffnete: "Unt´n a Käbltz hoann se an Loaden uffgemacht". Dies geschah im Jahre 1895. Über viele Jahre versorgte die rührige Geschäftsinhaberin, später gemeinsam mit ihrer Tochter Hertha, die Talbewohner mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs. Gibt`s nicht, gab`s nicht. Auch ohne dem Internet, Warengroßlager oder Paketschnelldiensten wurden die Wünsche der Kunden, so gut es ging, erfüllt. Anschreiben lassen war kein Problem. Damals eine nicht unübliche Art von Service und Kundenbindung. Heute werden dafür Plastikkarten und Treuepunkte vergeben. Im Jahre 1933 ehelichte Herta Mieth den Sohn Felix Israel, des über die Talgrenzen hinaus bekannten Emil Israel, welcher sich in Sachen internationale Fisch- Handelsgeschäfte sehr gut auskannte und diese erfolgreich betrieb. Offensichtlich hatte Felix vom geschäftstüchtigen jungen Fräulein Hertha Mieth erfahren. Vermutlich nicht ohne Grund hielt er deswegen um ihre Hand bei Emma und Ernst Mieth an.

Mit dem Eintritt in den Bund der Ehe schloss Hertha Israel (geb. Mieth) ihren Laden. Sie hatte zwischenzeitlich das Geschäft ihrer Mutter Emma übernommen und unterstützte ab diesem Zeitpunkt ihren Mann bei der Arbeit, ganz abgesehen davon, dass sie fortan auch familiären Verpflichtungen nachkommen musste. Die ehemaligen Verkaufs- und Lagerräume im Hause Mieth dienten nun dem Schwiegersohn Felix Israel und seinem international tätigen Handelsunternehmen "Fisch Israel" als Lagerräume, teilweise aber auch als Wohnräume für das junge Paar.

Erst im November des Jahres 1965 trat wieder ein erster Kunde durch die Ladentür, aber nicht um einzukaufen, sondern um sein Haar kürzen zu lassen. Die Eheleute Heinz und Erna Eisert waren mit ihrem Frisörgeschäft von der alten Schule am Weigsdorfer Teich zum "Fisch Israel" umgezogen. 1985 kam es aus Altersgründen zu einem weiteren Besitzerwechsel. Heinz und Erna Eisert übergaben jetzt das Geschäft an den Frisörmeister Rudi Neumann und seinem Sohn Ralf aus Neusalza-Spremberg, welcher das Frisörgeschäft noch heute inne hat und erfolgreich führt.

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Czorneboh-Bieleboh-Zeitung, Mathias Pech, Torsten Hohlfeld