Meine Heimat

Klipphausen


Das liebe, kleine und beschauliche Klipphausen am See

Der Kurfürst von Schloss Hartenfels bei Torgau genehmigte im Juli 1681 dem Gutsherren Wolff Rudolph von Ziegler und Klipphausen, Teile von seinem Grund und Boden an seine Untertanen abzugeben, um sich häuslich niederzulassen, eine sonderliche Kommune zu machen und den Ort mit "Klipphausen" zu benennen. Dazu siedelte er 15 Exulanten aus Böhmisch-Schlesien an. So entstand 1681 nördlich des urkundlich 1658 noch mitten im Wald stehenden Mühlenstandortes der Ort Klipphausen. Die Mühle am Elzebach erscheint im Gerichtshandelsbuch 1773 bis 1795 als Buschmühle, vor und nach 1900 als Brettmühle mit Sägewerk. Seit 1892 befindet sich das Sägewerk mit kleiner Unterbrechung im Besitz der Familie Leuner, welche den traditionellen Betrieb der Holzverarbeitung bis heute fortführt.

Die Zieglersche Gutsherrschaft hatte im neu angelegten Ortsteil Klipphausen eine Ziegelscheune mit einem Brennofen bauen lassen, da die Ziegelbauweise Einzug gehalten hatte. Der Brennofen wurde mit dem reichlich vorhandenen Holz beheizt. Die ersten Ziegel konnten um 1740 gebrannt werden. Ab 1946 wurden Nasspresssteine aus zermahlener Rohkohle hergestellt. Sie waren damals ein recht begehrter Brennstoff. Die Bewohner von Klipphausen holten sich diese Steine mit dem Leiterwagen nach Hause. Nach der Übernahme des Betriebes 1949 durch Karl-Ernst Schuster wurden von 1954 bis 1957 wieder Ziegel produziert. Die Betonproduktion war bereits 1956 angelaufen. Mit der weiteren Besiedlung des Ortsteiles in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war das Bedürfnis nach einer Gastwirtschaft entstanden. Nach dem ersten Weltkrieg wurde sie von Emil Jeremies betrieben, der das Gebäude schließlich auch erweiterte. So konnten in Klipphausen auch Lebensmittel von ihm verkauft werden.

Aus gesundheitlichen Gründen der Inhaberin Frau Müller wurde 
das Gasthaus im Jahr 1970 für immer geschlossen. Viele Vereine und Gruppen hatten in dem gern besuchten Ausflugsziel von Klipphausen schöne Stunden verbracht. Um noch etwas von der Geselligkeit zu erhalten, wurde am 11. September 1993 das erste Sommerfest von Klipphausen durch ein wohl gebildetes Festkomitee organisiert und veranstaltet. Seitdem wurde in jedem Jahr, mittlerweile alle zwei Jahre, ein kleines Fest gefeiert, bei dem vereint und in froher, familiärer und geselliger Runde der interessanten Geschichte dieses hübschen Örtchens gedacht wird. Das ganze natürlich auch mit zünftiger Blasmusik.

Das Heimatlied auf Klipphausen wird dann auch gesungen:
Ich bin in der Fremde gewesen, habe Land und Leute gesehn,
doch nirgend´s so wie in der Heimat, sah nimmer die Welt ich so schön.
Dann steh´ ich auf Czorneboh´s Bergen und schaue hinab von der Höh,
da liegt still im Winkel verborgen, meine Heimat: Klipphausen am See.
Es liegt hier im Kranz uns´rer Berge, Cunewalde so träumerisch süß,
als wär es ein Stückchen Schönheit, vom verlorenen Paradies.
Und wenn ich nach rastlosem Wandern, einmal lebensmüd bin,
dann legt mich am Fuß uns´rer Berge, zum ewigen Schlummer hin.
Lebt wohl denn ihr lieblichen Auen, und du liebe Czornebohhöh,
auch du unvergessliches Dörfchen: mein liebes Klipphausen am See.

Quellen: Ortschronik Cunewalde, Czorneboh-Bieleboh-Zeitung, Matthias Hempel, Torsten Hohlfeld